Haltung

Käfighaltung :

 

Absolute Mindestmaße eines Käfigs sind 2m² für zwei Frettchen, jedes weitere Tier beansprucht 0,5m² mehr. Natürlich ist auch ein Käfig in Ordnung, der zwar kleiner ist aber aus mehreren Ebenen besteht (z.B. 1m² Grundfläche, aber 2Ebenen). Eine Ebene sollte allerdings 60cm hoch sein. Bei einer solchen Haltung ist ein täglicher, mehrstündiger Freilauf unbedingt notwendig, zweimal täglich (zum Beispiel morgens 1/2 Stunde und abends 2-4 Stunden).

 

Der Käfig sollte außerdem mit vielen Kuscheltüchern, eventuell einem Schlafhäuschen (wurde von mir entfernt, da das nachts im Käfig umherwanderte), und natürlich Hängematten ausgestattet werden. Am besten sind Tücher, die keine Fäden ziehen, da die Kleinen doch gerne mit ihren Krallen dort hängen bleiben. In diversen Shops gibt es sehr tolle, handgenähte Sachen.

 

Wasser und Futternäpfe sollten ebenfalls gesichert werden, denn auch diese werden gerne umgedreht (es könnte ja etwas Wichtiges drunter sein). Für den Notfall habe ich immer eine Nippeltränke im Käfig. Aber bitte nicht ausschließlich Nippeltränken verwenden! Da dort nicht viel Wasser entnommen werden kann, trinken die Frettchen meist nur so viel, wie sie gerade Durst haben. Auf die Dauer kann das zu Nierenschäden und letztendlich zum Austrocknen führen.

 

Auch im Käfig sollte mindestens ein Katzenklo bereit stehen. Zum Spielspaß kann man auch im Käfig Drainagerohre verlegen. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

 

Beim Auslauf und bei der


Freien Wohnungshaltung

 

muss die komplette Wohnung frettchensicher sein. Das ist im Grunde wie eine kindersichere Umgebung: Es darf nichts Gefährliches herum- oder in greifbarer Höhe liegen, denn auch Frettchen nehmen alles in den Mund und versuchen es dann zu bunkern. Pflanzen werden am besten ganz weit weg gestellt, sonst wird das Zimmer schnell in eine große Erdlandschaft verwandelt. Lieber hält man einen Karton oder eine Schüssel mit Sand oder kleinen Steinchen bereit, um ihrem Buddeldrang nachzukommen. Auch auf die Steckdosen ist zu achten, am besten mit Kindersicherungen versehen.

 

Achtung, Frettchen bahnen sich ihren Weg. Als Beispiel: Riddick (damals noch kurzzeitiger Gast des Hauses) kam auf die Idee, vom Kratzbaum aus auf den Tisch, von da aus auf den großen Mülleimer zu springen, über die Heizung entlang auf die Küche zu klettern und von da aus meine Vase vom Fensterbrett zu werfen. Vorher wäre ich nie auf den Gedanken gekommen, dass dies möglich wäre… Was es grundlegend zu beachten gibt, findest du im Menü unter den häufigsten Fragen.

 

Im Grunde merkt man aber spätestens, wenn die Kleinen eingezogen sind, was man alles vergessen hat. Und selbst wenn sie schon eine Weile da sind, fällt ihnen immer wieder etwas Neues ein. Sie sind auch lernfähig, wenn sie etwas 100 Mal nicht schaffen kann es beim 101. Mal doch klappen.

 

Frettchen werden ungefähr zu 95% stubenrein. Allerdings variiert das von Tier zu Tier. Manche gehen nach Möglichkeit immer auf das Klo, selbst wenn man dieses verschiebt, andere machen grundsätzlich davor. Eigentlich sind Frettchen aber reinliche Tiere und lernen schnell, wohin sie machen dürfen oder nicht – Hauptsache, das Klo steht dort, wo sie es sich ausgesucht haben! Macht eines doch mal davor, oder sieht man es „einparken“ (der Schwanz wird nach oben ausgestreckt und es geht rückwärts in eine Ecke), nimmt man es schnell und setzt es aufs Klo. Wird das Klo angenommen, gibt es eine kleine Belohnung in Form von Vitaminpaste oder Leckerlis. So hat es bei uns ganz gut geklappt.

Katzenklos sollten sich in ständiger Reichweite eines Frettchens befinden, am besten stellt man gleich mehrere Katzenklos in den zugänglichen Räumen auf. Es kann durchaus passieren, dass während des Spielens das „aufs Klo gehen“ vergessen wird, und dann reicht es nicht mehr, um ins nächste Zimmer zu laufen…

 

Damit ihnen nicht langweilig wird, kann auch ein regelmäßiges Spazierengehen geplant werden. Im Handel gibt es verschiedene Frettchenleinen, für Rüden kann man meist auch kleine Katze- oder Rattengeschirre nehmen. Man sollte nur darauf achten, dass das Geschirr weder zu eng noch zu weit ist. In der Wohnung werden sie sich noch sträuben, so etwas anzuziehen. Ich nutze das allerdings um zu sehen, dass sie sich auch wirklich nicht heraus winden können. Ist man erst mal draußen, ist alles andere viel interessanter als das lästige Geschirr.

Man kann sowohl im Sommer wie auch im Schnee rausgehen, aber nicht allzu lange. Meistens zeigen es einem die Frettchen, wenn sie nach Hause wollen und klettern einem die Hose hoch. 

 

Frettchen vertragen das Reisen (z.B. im PKW) meistens gut, man kann eine Transportbox für Katzen verwenden und mit Tüchern auslegen, oder man nimmt eine größere Hundetransportbox und gibt noch ein kleines Klo hinein. Während der Autofahrt wird meistens geschlafen. Trotzdem besser immer frisches Wasser und evtl. ein wenig Futter in die Box geben.

 

Spielen

 

Frettchen brauchen viele Spielgelegenheiten, sonst wird ihnen sehr schnell langweilig. Auch ihr Mensch muss jeden Tag mit ihnen spielen können.

Zur „Grundausstattung“ sollten hier Röhren (Drainage- oder Dunstabzugshauben-) und Kartons zum Verstecken und Klettern gehören. Auch kann ein Kratzbaum besorgt werden, dieser wird allerdings meist nur zum schlafen benutzt und wird auch schnell uninteressant. Immer wieder etwas Neues, heißt die Devise. Katzenangeln mit kleinen Plüschmäusen zum Beispiel, vor allem wenn diese noch Geräusche machen, sind sehr beliebt. Auch Bälle, Handtücher und Decken können verwendet werden… grundsätzlich wird mit allem gespielt, auch mit den Sachen, die dafür gar nicht vorgesehen waren…

 

Bei Plüschsachen, Plastik oder Gummi ist unbedingt darauf zu achten, dass keine kleinen Teile oder Fussel verschluckt werden. Manche Frettchen haben die Angewohnheit, stundenlang auf einem Spielzeug herumzukauen. Dies lieber gleich unterbinden, bevor noch etwas passiert.

 

In den Sommermonaten ist eine mit Wasser gefüllte flache Schale eine reine Wohltat. Das Wasser sollte allerdings weder zu warm noch zu kalt sein – am besten Körpertemperatur (bei Frettchen ca. 39°C). Nach dem Wasserbad gut abtrocknen um eine Erkältung zu verhindern.

 

Beißen muss nicht immer heißen, dass das Frettchen Angst hat oder sich wehren will. Meist bedeutet es einfach: "Spiel mit mir“. Als Frettchenhalter lernt man schnell, das zu unterscheiden. Auch Frettchen untereinander zwicken oder beißen sich meistens beim Spielen.