Frettchen als Haustiere


…sind mit Sicherheit nicht für jeden geeignet. Vor der Anschaffung sollte man sich, wie bei jedem anderen Tier natürlich auch, genauestens über das Wesen und die Bedürfnisse der kleinen Wusel informieren.

Ich kann hier nur einen groben Überblick geben, da es einfach zu viel zu erzählen gibt. Es ist immer sinnvoll, sich mit anderen Frettchenhaltern persönlich in Verbindung zu setzen oder auch mal eine Frettchenhilfe in der Umgebung zu besuchen.

 

Die durchschnittliche Lebenserwartung der Tiere beträgt etwa 5-10 Jahre.

Fähen werden etwa 25-40cm, Rüden bis zu 60cm groß. Das Gewicht liegt bei Fähen zwischen 500 und 1000gramm, Rüden können doppelt so viel wiegen. Allerdings gibt es zu jeder Regel auch Ausnahmen!

 

Frettchen sind Gruppentiere! Sie dürfen niemals alleine gehalten werden, da weder der Mensch noch ein anderes Tier den Partner ersetzen kann! Es erzählen immer wieder Leute, wie glücklich ihre Tiere so allein wären. Doch sieht man mal hinter die Kulissen… nicht jedes Frettchen, wenn auch die meisten, wird automatisch aggressiv in Einzelhaltung. Manche klammern sich auch an ihren Menschen… klar ist das schön, wenn das Tier einen mehr liebt als alles andere, abends zum Kuscheln ins Bett kommt und ausgiebig mit einem spielt. Aber, warum tut es das?! Weil es sonst niemanden hat. Es ist doch viel schöner, wenn das Frettchen trotz seines Partners dies alles macht. Und nicht, wenn Mensch gerade unterwegs ist, in der Hängematte liegt und sich denkt: „Wer kuschelt jetzt mit mir? Wann kommt er bloß wieder? Hoffentlich ist er nicht zu müde nach der Arbeit und spielt noch ein bisschen mit mir. Hoffentlich kommt er bald nach Hause…es ist alles so still hier… ich fühl mich so allein.“

Und gerade, damit der Mensch nicht wieder fortgeht, tut es alles um ihn nicht zu verärgern. Und wird immer wieder enttäuscht.

Wer immer noch seine Zweifel hat schaut sich am besten mal die Videos an. So können nur Frettchen miteinander spielen!

 

Des Weiteren möchte ich jedem noch einmal die Frettchenhilfen ans Herz legen. Jedes Jahr im Frühling wenden sich massenhaft Leute an Züchter, um sich dort Welpen zu holen. Seltsamerweise sitzen zur gleichen Zeit bzw. kurze Zeit später jede Menge Frettchen in den Hilfen und wünschen sich ein liebevolles zu Hause. Warum?

Man mag glauben, dass sich gerade Welpen leichter erziehen lassen oder sich mehr an einen gewöhnen. Aber das ist purer Schwachsinn.

Ich habe damals auch den „Fehler“ begannen, mir als Anfänger gleich Welpen zu holen. Nicht nur, dass ich die Bude neu einrichten durfte und alles noch sicherer machen musste, als es ohnehin schon war, ich musste auch fünf Augen in alle Richtungen haben. Da schmeißt der eine was vom Tisch während der andere in die Ecke macht… und dann kommt auch noch die erzieherischen Tätigkeiten hinzu. Wie fest darf man beißen, wo und was ist überhaupt das Klo, etc. Welpen können einen ganz schön auf Trapp halten…

 

Später kam ja Luna zu uns, mit knapp drei Jahren. Und, was soll ich sagen?! Sie erkannte sofort das Klo an, biss niemals und hätte mich nicht lieber haben können… ja, sie war einfach zuckersüß.  

 

 

Bevor du die anderen Seiten liest und dich für Frettchen entscheidest, überleg doch bitte noch mal ganz genau:

 

  • Kann ich den Tieren genügend Platz bieten? (min. 2qm Käfig + Auslauf)
  • Kann ich ihnen genügend Zeit bieten? (min. 2 Stunden täglich)
  • Kann ich die Tiere auch die nächsten acht bis zehn Jahre lang halten?
  • Hab ich genügend Geld für die Haltung inklusive hoher Tierarztrechnungen?
  • Sind alle in der Familie einverstanden? Mensch und Tier?
  • Habe ich eine schriftliche Haltegenehmigung vom Vermieter, bzw. kann ich mir eine solche besorgen – vorher nachfragen!
  • Gibt es in der Nähe einen frettchenerfahrenen Tierarzt?
  • Was mache ich, wenn ich in Urlaub fahre?
  • Habe ich mir das wirklich gut überlegt und will ich diese Tiere nicht einfach deswegen, weil ich ein (besonderes) Haustier haben will?